Masturbation: So verbesserst du deinen Sex durch das Masturbieren

Gastbeitrag von Sexualtherapeutin Monika Seidel

Vermeide diese Art der Masturbation

Masturbation ist grundsätzlich gut und wichtig. Gerade in der Masturbation können wir - Frauen wie Männer - sehr viel über unsere Lust und Erregung lernen und uns hier sogar ganz bewusst neue "Kenntnisse" aneignen. In diesem Artikel erfährst du, wie du "richtig" masturbierst, damit dein Sex insgesamt besser - also lustvoller und intensiver - wird. 

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Masturbation als Druckabbau: Heimlich & schnell

Masturbation kann so viel mehr sein als schneller Druckabbau. Leider wird das Masturbieren im Jugendalter oft als etwas heimliches, das schnell irgendwo versteckt erledigt werden muss, erlernt. Dieses schnelle heimliche Onanieren wird dann größtenteils in die Beziehungen übernommen, denn, dass Masturbieren in einer Beziehung "erlaubt" ist, ist für viele Männer selbst nicht vorstellbar. Das schlechte Gewissen, das in der Jugend anerzogen wurde, sitzt tief. 

Nicht selten erzählen Männer bei mir in der Sexualberatung, dass sie heimlich schnell am WC, unter der Dusche oder unter der Bettdecke masturbieren, damit es ja nicht die Partnerin mitbekommt. Ziel ist es, schnell mal den Druck abzubauen. In der Regel dauert dieses Masturbationsritual wenige Minuten. Das ganze klingt nicht nur wenig lust- und genussvoll, es wird auch als solches oftmals beschrieben. 

Pornos zum Masturbieren: Gut oder schlecht?

Sehr oft werden Pornos in der Masturbation genutzt. Männer sind generell eher auf visuelle Reize beim Sex fixiert. Der tolle Busen, die Hight Heels, der kleine knackige Po - das sind nur einige wenige Beispiele, die schnell mal positive Wirkung auf die Erektion haben.

Doch blöd, wenn die Realität dann doch nicht ganz so perfekt und versaut ist, wie Pornos es suggerieren. Dann stürzt schon mal das Kartenhaus in sich zusammen, die Lust geht verloren, die Erektion nimmt ab oder geht ganz verloren. Zurück bleibt Frust, Unsicherheit, Panik. Beim nächsten Mal Sex mit der Partnerin kommt die Versagensangst dazu. Angst ist der oftmals der fixe Tod der Erektion. 

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Pornos sind perse nicht schlecht beim Masturbieren

Geht die Erregungssteigerung jedoch nur vom visuellen Reiz aus, geht das Spüren der Erregung am Penis und am Körper mit der Zeit immer mehr verloren. Die Erregung findet immer mehr nur noch über die Bilder im Kopf statt. Die Jagd nach dem geilsten Porno beginnt und kann in manchen Fällen durchaus eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Schließlich gibt es unendlich viel davon und vielleicht ist der nächste Clip doch noch geiler oder härter als der davor? 

Die Pornos "ficken" das Gehirn, die Hand wichst automatisch dazu. Der Körper ist gespannt - im wahrsten Sinne des Wortes - bis die Spannung im Höhepunkt Entladung findet. Der Genussfaktor ist bei einem sehr angespannten Erregungsmuster in der Regel sehr gering. Mit der Zeit kann die "Dosis" der Pornos, ähnlich einer Suchterkrankung, zunehmen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Zusätzlich nimmt häufig auch die Körperanspannung zu, um schließlich zum Höhepunkt zu kommen.

Zurück bleibt oft ein leeres Gefühl, vielleicht sogar kombiniert mit dem schlechten Gewissen, weil man schon wieder Pornos geschaut hat. Nicht selten werden Pornos immer öfter gegen den Paarsex getauscht, denn in der Ponrowelt und der Masturbation funktioniert alles perfekt - so scheint es zumindest. 

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Verbessere deinen Sex durch deine Masturbation

Zelebriere deine Masturbation

Wenn du der heimlich & schnelle Druckabbauer bei der Masturbation bist, dann nimm dir bewusst Zeit für das Onanieren - nicht immer, aber immer öfters! Sorge dafür, dass du ungestört sein kannst, damit du dich dabei auch wirklich entspannen kannst. Stress ist der größte Feind in der Sexualität. 

Egal ob du dies im Schlafzimmer, am Schreibtisch, unter der Dusche oder am Sofa machst, schaffe dir ein Umfeld, dass du dich entspannt für circa 15 Minuten mit dir selbst beschäftigen kannst. 

Wenn dies geschafft ist, dann geh ins Spüren der Berührung und deiner Lust. Lass dir selbst und deinem Körper Zeit, dass er in Erregung kommen darf. Nimm ganz bewusst Tempo raus und spüre neugierig hin, was dadurch passiert.

Spüre deine Berührungen am Penis und Körper

Wenn du in der Masturbation der visuelle Typ bist, dann schließe beim Pornoschauen immer wieder die Augen und dreh in der Folge auch den Ton ab und nimm wahr, wie sich die Berührung am Penis anfühlt.  Durch das bewusste Hinspüren wird dein Penis viel sensibler auf Berührungen und du wirst beim Sex mit deiner PartnerIn immer mehr spüren. Durch die steigende Erregegung und Lust direkt am Penis benötigst du immer weniger äußere Reize und Praktiken zur Steigerung deiner Erregung. Du wirst quasi unabhängig und erlebst eine neue Dimension der Lust. 

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Bewege dich beim Masturbieren

Versuche dich bei deiner Masturbation lustvoll zu bewegen. Dazu bewege das Becken vor und zurück oder kreise es. Spüre hin, was dir gut tut und wo du dich wohl fühlst. 

Mach Stoßbwegungen vom Becken aus und dringe so in deine Faust oder einem Masturbator (z. B. Fleshlight) ein. Stelle dir das Bild des Eindringens in eine Frau ein. Durch diese Beckenkippbewegung sorgst du für eine super Durchblutung in deinem Geschlecht und wirkst ganz bewusst Erektionsproblemen und vorzeitigem Samenerguss entgegen.

Vermeide es, über eine Daueranspannung zum Orgasmus zu kommen, denn das führt häufig zu Errektionsproblemen oder vorzeitigem Samenerguss. Durch die hohe muskuläre Anspannung drückst du auch die Blutgefäße ab, die deine Schwellkörper im Penis mit Blut versorgen. 

Achte also in der Masturbation darauf, wie du deinen Körper dabei nutzt. Lerne dir kein "schädliches" Muster an, das dir dann in der Paarsexualität Erektionsprobleme oder vorzeitigen Samenerguss beschert.

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